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DE-CIX: Frankfurts unterschätzter Standortfaktor

Deutscher Commercial Internet Exchange, oder kurz: DE-CIX, heißt ein Internetknoten in Frankfurt am Main. Gemessen am Datenaufkommen ist er der größte der Welt und dennoch reden alle vom Finanzplatz. Höchste Zeit also für einen genaueren Blick auf Frankfurts unmerklichen Standortfaktor.

Unsichtbar aber allgegenwärtig – ein unterschätzter Standortfaktor

Frankfurt am Main ist eine der internationalen Finanzmetropolen, kann sich mit London und Singapur messen lassen. Frankfurt ist Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt für Deutschland und Europa. Das sieht jeder, der wenigstens einmal den Frankfurter Hauptbahnhof angefahren hat. Die Skyline und der Flughafen sind selbsterklärend. Nicht zu sehen, aber trotzdem allgegenwärtig ist der DE-CIX: Er wickelt von Frankfurt aus einen großen Teil des deutschen Peering-Verkehrs ab und ist nach der Zahl der angeschlossenen Internet-Service-Providern (ISP) der zweit- und nach Verkehrsaufkommen der größte Internetknoten der Welt. Rund 90 Prozent des deutschen und 35 Prozent des europäischen Datenverkehrs bewältigt Frankfurt am Main. In mehreren Rechenzentren verschiedener Betreiber untergebracht, verteilt sich der Knoten über das gesamte Stadtgebiet.

Internationaler Knotenpunkt der IKT-Branche

Nicht nur die Zugehörigkeit Frankfurts zum IT-Cluster Rhein-Main-Neckar unterstreicht die hervorragenden Zukunftsperspektiven der Mainmetropole. Es ist kein Zufall, dass in Frankfurt seit einigen Jahren neue Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden schießen. Alle großen internationalen Internetprovider haben in Frankfurt investiert, wo der zweitgrößte Markt für Rechenzentren in Europa entstanden ist – und die Nachfrage ist ungebrochen. Nicht nur von bekannten amerikanischen Unternehmen wie Amazon, Microsoft oder Oracle wird dieser Trend befördert. Viele global agierende Unternehmen halten es inzwischen für sinnvoll, mit ihren Rechnern näher an die Kundschaft zu rücken, denn die Anforderungen an die Bandbreiten werden immer höher – nicht zuletzt wegen der ständig intelligenter werdenden Handys und infolge von Geschäftsmodellen, die ausschließlich über das Internet abgewickelt werden. So jagt der DE-CIX kontinuierlich von einem Rekord zum nächsten: Überschritt Frankfurts Internetknoten im September 2012 erstmals die Marke von 2 Terabit pro Sekunde, waren es im April 2015 bereits 4 Terabit pro Sekunde, im Dezember 2016 zuletzt 5,6 Terabit.

An Hessen führt bekanntlich kein Weg vorbei. An Frankfurt – vor allem im digitalen Zeitalter – erst recht nicht.