Frankfurt am Main Hessen

Der Brexit wird konkret: Hallo Frankfurt!

Der Brexit wird konkret. Trotz der deutlichen Schlappe bei den vergangenen Parlamentswahlen ist Theresa May weiterhin im Amt und strebt nach wie vor einen harten Brexit an. Diese Woche haben nun die offiziellen Austrittsverhandlungen in Brüssel begonnen – spätestens 2019 müssen alle vertraglichen Fragen beantwortet sein. Bis dahin herrscht nach wie vor eine gewisse Unsicherheit, was der „Brexit“ am Ende konkret bedeuten wird.

Ich habe in mehreren vergangenen Blogbeiträgen bereits deutlich gemacht, dass der Brexit nicht zu begrüßen ist. Er ist schlecht für Europa, schlecht für Deutschland und deshalb am Ende auch schlecht für Frankfurt. Zumindest kurzfristig kann Frankfurt jedoch anscheinend tatsächlich profitieren: Tausende Bankangestellte werden von ihren Arbeitgebern aus London nach Frankfurt geschickt.

Tausende Mitarbeiter werden aus London abgezogen

Goldman Sachs hat nun als erstes konkrete Zahlen genannt: Die Belegschaft wird im Zuge des Brexits verdoppelt – auf mindestens 400 Mitarbeiter. Auch Morgan Stanley und andere Großbanken planen mittlerweile sehr konkret den Umzug nach Frankfurt. So überlegt z.B. auch die Deutsche Bank, rund 4000 Mitarbeiter aus London abzuziehen.

Zwei bis drei Wolkenkratzer

Rechnet man alle konkreten Gesuche zusammen, so ergibt sich wahrscheinlich ein Flächenbedarf von 150 000 bis 200 000 Quadratmetern. Das entspricht zwei bis drei ausgewachsenen Wolkenkratzern. Und tatsächlich ist anzunehmen, dass die prestigebewussten Investmentbanken eine Hochhaus-Adresse bevorzugen werden, zumal die Mieten am wichtigsten deutschen Finanzplatz im Vergleich zu London eher günstig sind.

Fazit: Der Brexit wird konkret. Die negativen Auswirkungen des britischen Rückzugs werden wir alle in Europa noch früh genug zu spüren bekommen. Doch zumindest dem Frankfurter Immobilienmarkt stehen in den nächsten zwei Jahren spannende Zeiten bevor, denn der Exodus aus London bietet (kurzfristig) große Chancen für den Finanzplatz Frankfurt.