Veranstaltung_Wohnen in Frankfurt

Bürger auf den Barrikaden: Wohnen in Frankfurt – Misson Impossible oder viel Lärm um nichts?

Die Parole ist überall in Frankfurt zu lesen – an Kaimauern des Mains, an Häuserwänden und Bauzäunen: „Stadt für alle“. Seit 2015 haben sich verschiedene Bürgerinitiativen zusammengeschlossen, um unter diesem Slogan gemeinsam für ein „Wohnrecht für alle“ in Frankfurt zu kämpfen – und zwar unabhängig vom Einkommen. Die These: Wohnen in Frankfurt ist selbst für „Normalverdiener“ kaum mehr möglich. Und in der Tat ist die Immobilienpreisentwicklung in den letzten Jahren nachweislich durch die Decke gegangen. Müssen die Bürger Frankfurts also auf die Barrikaden?

stadt für alle

Problembewusstsein ist vorhanden

Auch wenn sich Städte immer verändern, so ist klar: Eine zu starke Gentrifizierung kann keiner wollen. Am Beispiel London zeigt sich eindrücklich, wie sehr eine Stadt an Lebensqualität verliert, wenn ganze Stadtviertel zu Anlageobjekten werden, in denen gar keine Menschen mehr wohnen (können).

Menschen, die seit Jahrzehnten in „ihrem“ Viertel wohnen, sollen dort auch wohnen bleiben können. Eltern mit Kindern, die „ihre“ Schule und „ihren“ Sportverein gefunden haben, müssen weiterhin bezahlbaren Wohnraum vorfinden. Auch das macht eine Stadt aus. Bei einer Veranstaltung vor zwei Tagen zum Thema „Wohnen in Frankfurt“, zu der die Stadt und der Veranstalter Heuer Dialog eingeladen hatten, wurde deutlich, dass sich auch die Verantwortlichen des Problems bewusst sind und nach Lösungen suchen.

Wohnen in Frankfurt ist (noch) möglich!

 Aber klar ist auch: Vielleicht müssen wir Frankfurt endlich ein bisschen „größer“ denken. Wenn man nämlich bereit ist, 20-30 Minuten mit dem Auto oder der Bahn zu fahren, dann ist bezahlbares Wohnen sehr wohl gut möglich: Dann eben in Offenbach, Nied, der Grenze zum Odenwald, im Taunus etc. Vergleicht man diese „Dimension“ mit Metropolen wie Berlin oder London, dann steht Frankfurt immer noch sehr gut da.

Auch die Preise in FFM sind, vergleicht man sie mit anderen Metropolen weltweit, noch absolut moderat. In London, Paris oder Zürich zahlt man für den Quadratmeter oft mehr als das Doppelte. Und bei der aktuellen Zinssituation besteht momentan durchaus die Chance, über einen günstigen Kredit in Frankfurt eine Wohnung zu finden, die den eigenen Vorstellungen entspricht.

Also: Viel Lärm um nichts? Vielleicht. Denn noch kann man in Frankfurt bezahlbaren Wohnraum finden. Allerdings gibt es weltweit viele Negativbeispiele, die sich Frankfurt nicht zum Vorbild nehmen sollte. Die Frankfurter Bürger müssen also nicht auf die Barrikaden – aber eine gewisse Aufmerksamkeit für dieses Thema ist durchaus angebracht, wenn Frankfurt eine „Stadt für alle“ bleiben soll.