Wohnraum für alle

Wohnst Du schon – oder suchst Du noch?! Frankfurt braucht mehr bezahlbaren Wohnraum

Frankfurt wächst. 15 000 Menschen pro Jahr, Tendenz steigend. Man braucht keinen Abschluss in VWL, um zu verstehen: Wenn immer mehr Menschen in Frankfurt nach einer Wohnung suchen, dann steigen zwangsläufig auch die Mieten. Die Folge ist, dass bezahlbarer Wohnraum für alle irgendwann zur Mangelware wird – egal ob für Studierende, Rentner oder Familien mit Kindern. Der einzige Ausweg: Man schafft neuen Wohnraum. Doch diese vermeintlich einfache Lösung erweist sich in der Praxis oft als große Herausforderung.

Immer weniger Freiflächen

Denn in der Stadt steigen ja nicht nur die Mieten. Auch die freien Grundstücke werden zunehmend knapper und es stellt sich deshalb die Frage: Wie umgehen mit den noch vorhandenen Freiflächen? Auch im Zuge der Planung des neuen Stadtteils im Nordosten Frankfurts wird diese Frage momentan hitzig diskutiert. Der neue Stadtteil nördlich von Praunheim und Niederursel soll mindestens 25.000 Menschen beherbergen.

Architekten fordern mehr Geschosswohnungen

Zwei renommierte Architekten haben sich jetzt in der Debatte zu Wort gemeldet und plädieren für mehr Geschosswohnungen und weniger Einfamilienhäuser. Diese würden nämlich am meisten Freifläche verbrauchen, besser wären hingegen Wohnblocks von fünf bis sieben Etagen. Da private Investoren vor allem hochpreisige Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser bauen würden, dürfe die Stadt die verfügbaren Freiflächen nicht verkaufen. Stattdessen sollten öffentliche Wohnungsbaugesellschaften die Aufgabe übernehmen, auf der vorhandenen Fläche möglichst viel bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Ich teile diese Einschätzung. Wir brauchen mehr Geschosswohnungen und größere Wohnblöcke, damit es in Frankfurt auch in Zukunft noch bezahlbarer Wohnraum für alle gibt. Am Beispiel Londons sieht man sehr gut, welch gravierenden Folgen es für eine Stadt haben kann, wenn ein Großteil der Bevölkerung gar nicht mehr in der eigenen Stadt wohnen kann.

Umdenken bei den Kommunen notwendig

Ganz allgemein braucht es aber auch ein Umdenken bei den Kommunen: Frankfurt und die umliegenden Dörfer werden in Zukunft immer stärker zusammenwachsen. Das ist nicht zu verhindern und auch gar nicht problematisch. In manchen Ohren mag es zwar noch klingen wie ein Albtraum, aber auch Offenbach wird irgendwann ein Stadtteil von Frankfurt werden. 😉

Anstatt sich wegen politischer Eitelkeiten und der Sorge um die eigenen Kompetenzen  gegen diese unvermeidliche Entwicklung zu stemmen, müssen die Kommunen anfangen, konstruktive Lösungen zu finden und mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Auch dadurch wird die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main  gestärkt – wovon wir am Ende alle profitieren!

Fazit

Es ist begrüßenswert, dass Frankfurt weiter wächst. Wir brauchen aber in Zukunft mehr Geschosswohnungsbau, denn anders ist bezahlbarer Wohnraum für alle nicht realisierbar. Die Politik und die Kommunen sind nun gefordert, mit einer klugen Wohnungsbaupolitik dafür zu sorgen, dass Frankfurt auch in Zukunft eine lebenswerte und bezahlbare Stadt für alle bleibt.

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