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All I want for Christmas is EU

Aus Frankfurter Sicht besser nicht der süßen Verheißung einer Jahrhundertchance durch den Brexit verfallen!

Frankfurter Geschenkaktion für London – statt „Jahrhundertchance“!

Nachdem 2016 unter anderem als das Jahr in die Geschichte eingehen wird, indem die Britten für den Ausstieg aus der EU gestimmt haben, wird sich in 2017 zeigen, wie und ob dies umgesetzt wird.

Am 23. Juni 2016 entschied sich die Mehrheit der Briten in einem Referendum mit knapp 52% für den „Brexit“ – den Austritt aus der Europäischen Union.
Am Tag danach war Europa geschockt! Die Entscheidung war zwar gefallen, aber im Grunde wusste niemand (und weiß es bis heute nicht!), wie es weitergeht – die Briten eingeschlossen.
Die Situation war also in gewisser Weise vergleichbar mit der aktuellen Situation nach der Trump-Wahl: Die Entscheidung ist gefallen, aber niemand weiß wirklich, wie es weitergeht – Trump eingeschlossen…
In Bezug auf Trump müssen wir wohl erst mal weiter mit der Ungewissheit leben – hinsichtlich des Brexit hat sich der Nebel in den letzten fünfeinhalb Monaten jedoch etwas gelichtet:

• Europa hat den Schock langsam verdaut.
• David Cameron, der das Referendum initiiert hat, ist fröhlich pfeifend als Premierminister zurückgetreten.
• Theresa May hat die Amtsgeschäfte übernommen und ist neue Premierministerin.
• Sie ernannte u.a. Boris Johnson, einen der bekanntesten Brexit-Befürworter, zum Außenminister und sagte gleich zu Beginn ihrer Amtszeit: „Brexit means Brexit!“
• Bis Ende März kommenden Jahres will May die Institutionen in Brüssel offiziell vom Austrittswunsch der Briten unterrichten.
• Die britische Forderung: Die Freizügigkeit einschränken und trotzdem Teil des Binnenmarktes bleiben!

Einiges ist in den letzten Monaten passiert, manches ist dabei klarer geworden. Aber noch immer sind viele Fragen offen.

Sollten die Britten tatsächlich die EU verlassen, mag das auf den ersten Blick gut für Frankfurt sein.
Auf den zweiten Blick sollte jedem von uns klar sein:

· Der exportwillige deutsche Mittelstand – ebenso wie die britischen Unternehmen – könnte schon bald gesonderten Zollverfahren und unter Umständen auch höheren Zöllen unterliegen. Immerhin ist Groß-Britannien einer der größten Handelspartner Deutschlands (Exportvolumen von über 89 Milliarden in 2015).
· Es könnten nicht-tarifäre Handelshemmnisse auftreten: Unter Umständen müssten die deutschen Mittelständler wieder sowohl für den EU-Raum als auch für Großbritannien unterschiedliche Produktvarianten erstellen, die wiederum in den beiden Wirtschaftsräumen separate Zulassungs- und Prüfverfahren zu durchlaufen hätten.
· All dies würde zu steigenden Kosten führen – insofern dürfte die Bereitschaft insbesondere der mittelständischen Unternehmen sinken, mit Großbritannien Handelsbeziehungen zu pflegen oder gar neu einzugehen. Ein Markt bricht weg, bzw. wird weniger „nutzbar“.

Also: Wir sollten nicht der die süßen Verheißung einer „Jahrhundertchance durch den Brexit“ verfallen, sondern darauf hoffen, dass der Brexit sich vielleicht doch noch abwendet.

Wer sich dennoch nach Frankfurt „umschaut“, hier Kontaktakte und Beziehungen braucht, weil für ihn oder sein Unternehmen London um Zuge des Brexits nicht mehr „first choice“ ist, kann sich über das Portal der „Brexit-Experts“ informieren: www.brexit-experts.com

 

Christmas Pulli

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